Lieber Treppen gehen statt Lift stehen – ein Thema, das nicht nur München bewegt

Ich wünschte, ich könnte diese Überschrift nutzen um Ihnen zu erklären, dass ich viel Wert auf Bewegung und sportliche Aktivität lege und den täglichen Weg in den 4. Stock zu unserem Büro in München selbstverständlich und gerne zu Fuß gehen würde. Wahrscheinlich würden Sie es mir sogar glauben. Das entspricht aber leider nicht der Wahrheit! Und Ehrlichkeit dagegen gehört schon zu meinen Werten, deshalb gebe ich es gleich zu: Ich gehöre zur Fraktion mit der Meinung „Sport ist Mord“…

Biografisch bedingte Abneigung

Bekanntlich ist man stark geprägt von seiner Vergangenheit: Da ich auf einem landwirtschaftlichen Hof aufgewachsen bin, war mein Alltag ohnehin täglich von körperlicher Arbeit geprägt. Dass ich also zusätzlich Radl fahren oder Fußballspielen sollte, fiel mir im Traum nicht ein. Diese Voraussetzung führe zu Folgeproblemen: Wer in der Freizeit nicht übt, ist im Sportunterricht nicht gut und wer nicht gut ist, wird nicht vorrangig gewählt, wenn es um Mannschaftsbildung geht. So war und blieb das Thema „Sport“ für mich also ein Stiefkind.

 

Sportliche Höchstleistung als Reinigungskraft

In meiner Zeit als angestellte Reinigungskraft in und um München, sowie auch in den Anfängen meiner Selbstständigkeit, wollte ich natürlich viel schaffen in wenig Zeit. Das führte zu einer schnellen Arbeitsweise, die oftmals richtig schweißtreibend sein konnte. Die Frage, ob ein zusätzliches Sportprogramm nach der Arbeit absolviert wird, stellte sich mir also nicht. Aber ich bin überzeugt davon, eine gewisse Grundfitness ist auf jeden Fall in dieser Zeit entstanden und auch die Bildung von Muskelmasse in den Oberarmen vom Wischen diverser Böden ist darauf zurückzuführen.

Im falschen Film?

Natürlich wird das Thema Fitness in keinem Seminar ausgelassen und auch mein Umfeld hält sich permanent mit dieser Irrelevanz auf. Ich gebe zu: in jungen Jahren geht einem vieles leichter von der Hand und man ist deutlich leistungsfähiger. Der Zahn der Zeit hat also auch an mir schon genagt. Die einzige Möglichkeit, dem gegenzusteuern war also, tatsächlich aktiv etwas zur Steigerung der Fitness zu tun. Ich habe es mit Fitnessstudio, Personal-Training und Yoga versucht. Wie in einer fremden Welt kam ich mir vor: die Menschen verschwenden ihre kostbare Zeit, machen vermeintlich sinnlose, merkwürdige Bewegungen und tragen dabei noch Kleidung, bei der ich mich schämen würde, sie zu tragen.

 

Einmal ist keinmal!

Nicht, dass es also ausreichen würde, gelegentlich oder sogar einmal pro Woche den inneren Schweinehund zu besiegen… Nein! Einmal pro Woche führt nur dazu, dass sich die Muskelmasse wenigstens nicht abbaut. Es muss also mehr sein, um das schlechte Gewissen zu beruhigen. Das bringt mich nahezu an den Rand der Verzweiflung. Aber es gibt einen Motivator an der ganzen Sache: Ich habe verstanden, nur wer körperlich fit ist, kann auch geistige Höchstleistungen bringen. Und dass ich meinen Traum leben kann, aktiver und lebendiger Unternehmer zu sein, dafür würde ich alles tun. Einzige Bedingung ist: es muss in den Alltag integrierbar sein. Deshalb meine Methode: Lieber Treppen gehen, statt Lift stehen.