Mit einem Wisch ist nicht alles weg

Arbeitswelt – Gebäudereiniger Yadgar Jamal Saber über seinen Ekel vor Schmutz, den Lohn der Tätigkeit und sein Putzverhalten zu Hause

von Nadine Pflaum

München/KauferingYadgar Jamal Saber hat keine Angst, sich die Hände schmutzig zu machen. Dreck und Staub sind sein Geschäft. Der junge Mann aus Kaufering ist Gebäudereiniger und putzt hauptsächlich in München. Angst um seinen Job hat er nicht. Denn Dreck, so Saber, werde es immer geben. Wir sprachen mit dem 24-Jährigen, der für die Gebäudereinigung Wasserle in Windach (Landkreis Landsberg) arbeitet, über seinen Beruf

Herr Saber, wer putzt eigentlich Ihre Wohnung?

Saber: Meistens meine Frau. Ich bin zwar Gebäudereiniger, aber abends habe ich einfach keine Lust mehr zu putzen. Ich koch dann lieber.

Darf man Sie Putzmann nennen?

Saber: Das stört mich nicht. Da stehe ich drüber.

Was gehört zu Ihren Aufgaben als Gebäudereiniger?

Saber: Ich werde in zwei Bereichen eingesetzt: Unterhaltsreinigung, das ist das Putzen von Wohnungen. Und Glasreinigung, das ist das Fenster putzen.

Und was machen Sie lieber?

Saber: Fenster putzen. Weil ich da an der frischen Luft bin.

Aber auch in luftiger Höhe.

Saber: Das höchste Gebäude, an dem ich Fassade und Scheiben geputzt habe, war 70 Meter hoch, das Hochhaus der Hypo Vereinsbank. Die Glassscheiben außen mache ich von einer Hebebühne aus sauber. Höhenangst haben ich nicht. Manchmal hänge ich auch nur an einem Seil.

Yadgar Saber hängt manchmal in den Seilen: Zur Arbeit des 24-Jährigen aus Kaufering gehört auch Fenster putzen in luftigen Höhen.

 Gebäudereiniger

  • Anzahl: in Deutschland waren laut Statistischem Bundesamt 2008 916 000 Gebäudereiniger tätig, davon 808 000 Frauen.
  • Umsatz: Die Branche machte 2007 einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro.
  • Lohn: Nach einem kurzen Streik im Oktober haben die Gebäudereinier eine Tarifeinigung erzielt. Bis 2011 steigen die Tariflöhne im Westen um 4,9 Prozent und im Osten um 6,3 Prozent. Der neue Mindestlohn soll 8,55 Euro (Westen) und 7 Euro (Osten) betragen.
    (ddp/nap)

 Augsburger Allgemeine
28. November 2009