Bin ich jung, alt oder gar mittelalterlich?

Im Moment bin ich 37,5 Jahre alt. Damit tue ich mir sehr schwer, mich irgendwo ein zu kategorisieren. An Jahren jung bin ich nicht mehr, das ist mir klar. Alt aber auch noch nicht. Jetzt habe ich noch die Wahl zwischen Midlife-Crisis oder der „Blüte des Lebens“. In meinen 37 Jahren habe ich schon viel erreicht. Darüber freue ich mich auch, aber meine Art ist es nicht, zurück zu schauen – sondern nach vorne. Ich könnte in der verbliebenen Zeit noch so viel schaffen. Ideen hätte ich schon mal ausreichend…

 

In der Mitte des Lebens realisieren viele, dass sie nicht mehr unendlich viele Möglichkeiten haben, dass ihr Körper älter wird und dass das Leben irgendwann vorbei sein wird. Eigentlich könnte man entspannt sein: In diesem Alter sind die schwierigsten Karriereschritte geschafft, die eigene Rolle ist gefunden, die finanziellen Verhältnisse sind oft stabil. Man befindet sich auf dem Höhepunkt seiner kognitiven Leistungsfähigkeit. Die Gelassenheit wächst also, schließlich hat man schon einiges überstanden.

Ob die Lebensmitte zur Krise wird oder zum entspannten Verweilen auf einem Hochplateau, kann jeder selbst beeinflussen. Natürlich sind Lebensläufe unterschiedlich: Trotzdem haben die Menschen in dieser Phase etwas gemeinsam. Sie leiden an den vorherrschenden jugendbezogenen Attraktivitäts- und Leistungsnormen unserer Gesellschaft. Ich bin diese Woche auch Opfer davon geworden. Vor einem Rückflug nach München hatte ich etwas Zeit und war „shoppen“. Ich habe mich für elegante Sneakers entschieden, die so ganz anders aussehen als meine fünf Paar Anzugschuhe. Sie sind merklich auf die Zielgruppe Jugendliche/junge Erwachsene zugeschnitten. Vielleicht fühle ich mich deshalb so jung und dynamisch, wenn ich sie trage?

Aber Spaß beiseite. Ich habe, nach dem mich dieses Thema sehr beschäftigt meine Pläne für die zweite Lebenshälfte so definiert: die Weiterentwicklung der Münchner Gebäudereinigung Wasserle mit Schwerpunkt auf den Bereich „Sauberkeit statt Reinigung“. Hier kommt die Digitalisierung ins Spiel: Mittels drahtloser Sensorik sollen die Gebäude der Kunden bedarfsgerecht gereinigt werden. Mein persönliches Ziel ist dabei: In erster Linie sollen die Menschen, also unsere Kolleginnen und Kollegen, etwas von der Digitalisierung haben; danach erst die Unternehmen. Beides unterstützt unsere Mission: Wir wollen das Image der Gebäudereinigung in Deutschland nachhaltig verbessern. Und dafür setze ich gerne meine Lebenszeit ein!