Cleanbirds Gebäudereinigung 4.0

Wir leben in spannenden Zeiten, in denen plötzlich Dinge möglich werden, über die bisher nur in Zukunftsromanen geschrieben wurde und die sich selbst die größten Optimisten nur schwer vorstellen konnten. Denken wir nur an Smartphones oder Uhren wie die Applewatch, mit der man quasi einen Computer am Handgelenk trägt.

Dies sind die Dinge, die wir alle privat in unserem Alltag kennen und die wir teilweise schon nicht mehr bewusst wahrnehmen. Ein Mensch, der in unserer Branche die Welt neu denkt und wie ich finde in großen Teilen revolutioniert, ist Harald Peterka. Ihn lernte ich durch einen meiner wöchentlichen Blogartikel kennen, bei dem ich moniert habe, dass es keine Möglichkeit gibt, Sensoren für die Reinigung einkaufen zu können, die es uns ermöglichen, zukünftig nicht mehr Reinigung, sondern Sauberkeit zu verkaufen.

Mit ihm und Wolfgang Hammermüller zusammen waren wir jetzt erstmals in unserer 15-jährigen Firmengeschichte auf der Expo Real als Aussteller vertreten. Die Firma Cleanbird hat ein System entwickelt, wie mittels Sensoren die Bewegung im Raum registriert werden kann, um den Reinigungsbedarf gut vorhersagen zu können. Daraus werden dann dynamische Reinigungspläne erstellt, bei der unsere Kollegen und Kolleginnen am Bedarf orientiert durchs Gebäude geleitet werden.

Wenn es sich in der Theorie super anhört, dass ein nicht benutzter Raum nicht oder nur auf Sicht gereinigt werden muss, stellt es uns in der Praxis bei der Abarbeitung der Arbeitspläne doch vor riesige Herausforderungen. Das Programm errechnet zwar jeden Tag in etwa die gleiche Menge an Arbeit, so dass nicht an einem Tag vier und am anderen sechs Stunden gearbeitet werden müssen. Wenn allerdings keine Routine mehr aufkommen kann, da das Tablet am Reinigungswagen die Richtung im Gebäude vorgibt, fühlen sich viele um das Letzte bisschen Freiheit bei der Arbeit beraubt.

Auch die Arbeit eines Objektleiters wird von Grund auf neugestaltet. Er ist in dem künftigen maßgeblich durch Bewegung in den Räumen gesteuerten Prozessen, eher als Datenmanager zu sehen. Dabei spielt eine hohe soziale Kompetenz bei der Vermittlung von neu gewonnenen Wissen, wer wo wie lange im Gebäude war, und dem Feedback der Nutzer des Gebäudes auf das Ergebnis der Reinigung auf der einen Seite und den Bedürfnissen der Mitarbeiter auf der anderen Seite eine große Rolle.

Wer glaubt, durch die Daten nicht mehr mit den Menschen sprechen zu müssen, liegt gewaltig daneben. Kommunikation ist und bleibt das wichtigste.