Der Boss…

… im Körper

 

Weil heute Faschingsdienstag ist, erlaube ich mir einen nicht ganz ernst gemeinten Blogbeitrag. Viele aus dem Wasserle-Team waren schon fleißig beim Tanzen, Lachen und Feiern. Julia, Michael und Bianca nahmen gestern Abend noch zusammen mit mir am alljährlichen Faschingsball in Dießen teil. Zwar gehts bei uns auch unterm Jahr meist lustig zu, aber an diesen Tagen ganz besonders. Ich bin der Meinung, auch als Chef darf man gelegentlich auf den Arm genommen werden – das hat bis jetzt keiner gewagt 🙂

Ich übernehme das für euch und zitiere hier das Gedicht „Streit der Organe“, worin sich die Organes eines Menschen streiten, wer nun der Chef im Körper sei:

 

Als Gott der Herr im Paradies
den Menschen Adam laufen ließ,
gerade frisch und neu erschaffen,
nicht zu vergleichen mit den Affen,
die ringsum auf den Bäumen saßen,
erblickte doch gewissermaßen
der Mensch sich selbst zum ersten mal
und fragte sich – dies war fatal – :
„Wer bin ich, wer hat mich erdacht,
wer hat mich konstruiert, gemacht,
was unterscheidet mich vom Tier,
was ist das Wichtigste an mir?“

Da sprach der Kopf, vielmehr die Stirn:
„Das Wichtigste ist das Gehirn,
denn niemand außer mir kann denken
und so den ganzen Körper lenken.
Ich bin der Boss, ich ganz allein!“
Da sprach das Herz: “Das kann nicht sein,
denn das Gehirn kann ohne Frage
nicht denken, wenn ich nicht mehr schlage.
Der Manager, der Boss, bin ich!“
Die Lunge meinte: “Eigentlich
bin ich im Brustkorb eingezwängt,
doch die, an der noch alles hängt,
bring ich den Sauerstoff nicht her
für Herz und Hirn, dann geht nichts mehr,
infolgedessen, meine Lieben,
ich bin der Boss!“ – „Weit übertrieben“,
rief da die Leber: „Denn bedenkt,
wer Euer aller Leben lenkt,
denn ohne mich, Organe hört,
ist Euer Dasein bald zerstört,
nur ich entgifte hier im Stillen
den Körper um des Lebens willen –
Ich bin der Boss!“
Die Niere, die das sehr verdross,
erklärte hernach im Duett –
weil’s zwei sind – „Es ist gar nicht nett,
mir einfach hier die Schau zu stehlen,
ich kann Euch leider nicht verhehlen,
dass doch der Mensch nur leben kann
durch mich, und darauf kommt es an,
und eben drum bin ich der Boss!“
Worauf man allerseits beschloss,
wie stets bei solchen Streitigkeiten,
nunmehr zur Abstimmung zu schreiten.

Nun sitzt am Steißbein unten noch,
ein etwas ordinäres Loch.
Das hatte schweigend zugehört
und die Debatte nicht gestört.
In diesem Augenblick jedoch
rief das bereits erwähnte Loch:
„Ich Loch – ich Loch – ich ganz allein
will hier der Boss vom Ganzen sein!“

Da mussten alle furchtbar lachen
und riefen. „Was sind das für Sachen,
das Loch als Boss – nicht auszudenken,
Du kannst doch den Betrieb nicht lenken,
Du bist doch haupt- und nebensächlich
vom Namen her schon unaussprechlich.“

Das Loch war darob sehr empört,
weil Lachen solche Löcher stört,
es fühlte sich jetzt angegriffen
und hat sich selber zugekniffen
und unterband in seiner Rage
die sonst so übliche Passage.

Schon bald darauf stand dem Gehirn
der Schweiß buchstäblich auf der Stirn
die Lungen konnten nur noch keuchen,
das Blut fing an sich zu verseuchen.
Hilflos begannen nun die Nieren
sich gegenseitig anzustieren,
und auch die Leber revoltierte,
weil ihre Galle opponierte.
Sogar das Herz schlug schnell und schneller
infolge Lochverschluss im Keller.

Da warnten die Organe sich
an das Gehirn ganz flehentlich
und riefen: „Macht das Loch zum Boss,
den Zustand hier erträgt kein Ross,
das Loch als Boss, noch so beklopft
erträgt man leichter als verstopft.“
Da überlegte das Gehirn
und runzelte dabei die Stirn
und kalkulierte messerscharf,
dass oft sein muss, was nicht sein darf,
und also wählt’ am End’ man doch
zum Boss das viel zitierte Loch!

Bei diesem Zustand, meine Lieben,
ist es bis heute auch geblieben.
Organe haben nichts zu lachen,
sie schuften, dass die Schwarten krachen.
Was aber tut der Boss, das Loch?
Es produziert halt immer noch,
wie das bei Bossen üblich ist,
nur haufenweise großen Mist.

Will jemand hier auf dieser Erden
ein möglichst großer Boss mal werden,
so braucht er nur – ganz allgemein –
ein riesengroßes Arschloch sein !