Gebäudereinigung 4.0

Bedarfsorientierte Reinigung durch Sensorik

 

Der Mensch ist an sich faul und bequem – auch beim Toilettengang. Die Studie von Professor Mete Demiriz, Ingenieur für Sanitärtechnik,  aus Gelsenkirchen zeigt dies auf: es wird immer diejenige Toilettenkabine am häufigsten benutzt, die am nächsten am Eingang der öffentlichen Toilette liegt. Ist diese besetzt oder nicht hinnehmbar verschmutzt, wird die direkt benachbarte Kabine benutzt. Auf den ersten Blick eine Studie zum Schmunzeln, auf den zweiten Blick die größte Herausforderung in der Gebäudereinigungsdienstleistung im 21. Jahrhundert und damit auch für die Gebäudereinigung Wasserle aus München. Nach Industrie 4.0 zieht jetzt Dienstleistung 4.0 nach.

 

Mehrheitlich werden immer noch die Kabinen gleichzeitig zu definierten Zeiten gereinigt. Dies geschieht unabhängig vom Verschmutzungsgrad. Der Kunde kann also nur Pauschalleistungen einkaufen, aber keine Reinigungen je nach Bedarf.

Muss es nicht möglich sein, Verschmutzungsgrade zu erfassen, um die Reinigung daraufhin anzupassen? Sollte es nicht möglich sein, Klopapier zu liefern bevor es ausgeht? Warum muss ein Mülleimer erst überquellen oder wird geleert, weil im Plan nun mal steht, dass er heute geleert werden muss?

Dies sind  alles erbrachte Leistungen, die entweder ohne Bedarf  oder viel zu spät erbracht werden. Unter dem Strich haben sie alle die gleiche Wirkung für den Kunden: eine nicht bedarfsorientierte Reinigung stellt für den Kunden einen nicht zu unterschätzenden Kostenfaktor dar.

 

 

Bedarfsgerechte Reinigung durch Sensoren

Hier können Sensoren Abhilfe schaffen. Füllstandssensoren zeigen an, wann Toilettenpapier fehlt oder ein Mülleimer voll ist. Lichtschranken zählen Bewegungen und lassen Rückschlüsse auf den Benutzungsgrad und damit auch auf den Verschmutzungsgrad zu. Farbsensoren registrieren farbliche Veränderungen der Oberflächen. Kohlenstoffmonoxidsensoren können Daten liefern, die die Anzahl der Personen im Büro berechnen lassen.  Jeder Sensor verfügt eine selbständige, langlebige Stromversorgung und sendet die Daten in eine Cloud. Die Daten werden von einer spezialisierten Software graphisch aufbereitet und zeigen der Reinigungskraft jederzeit aktualisiert ihren nächsten Einsatz an. Auf diese Weise bedeutet die Gebäudereinigungsdienstleistung 4.0 keine baulichen Veränderungen für den Kunden durch zum Beispiel Verkabelung der Stromversorgung.

Sensoren sind aber nicht kostengünstig. Bisher werden Sensoren in der Industrie eingesetzt und haben einen sehr genauen Messgrad. Ein Kostenvorteil bringen solche Sensoren im Falle der Gebäudereinigung aber nur dann, wenn die Sensoren als low-cost-Variante verfügbar sind.

Ein Gesamtpacket aus günstigem Sensorenangebot und Software für die Gebäudereinigung gibt es derzeit noch in keinem ausgereiften Standard. Daher ist die Gebäudereinigung Wasserle aus München gerade auf der Suche nach Kooperationspartnern in diesem Bereich und ist mit hoher Wahrscheinlichkeit fündig geworden: Auf der auf Sensoren spezialisierten Messe in Nürnberg am 23. November 2016 führte der betriebseigene IT-Spezialist Michael Mettenleiter und Justiziar Jonas Pioch vielversprechende erste Gespräche.

Damit wäre ein großer Schritt Richtung Gebäudereinigungsdienstleistung 4.0 gemacht.