Immobilien richtig versichern

Der Hagel im Juni in unserer Region macht einmal mehr deutlich, wie machtlos wir alle gegen die Mächte der Natur sind. Gebäudeversicherungen haben ganzjährig Saison: Stürme im Frühjahr und Herbst, Gewitter mit Hagel im Sommer, Brände durch Weihnachtskerzen und Silvesterraketen, im Winter Rohrbrüche bei Frost. Hinzu kommen immer mehr Schäden durch Hochwasser und Starkregen. Den vermutlich höchsten einzelnen Vermögenswert in Ihrem Haushalt sollten Sie durch eine gute Gebäudeversicherung absichern. Besteht eine Immobilienfinanzierung, wird die Bank mindestens auf dem Abschluss einer Feuerversicherung bestehen. Meldet sie die bestehende Hypothek oder Grundschuld bei Ihrem Versicherer an, hat sie bei der Vertragsgestaltung und im Schadenfall sogar besondere Rechte.

 

Versicherung gegen viele Gefahren

Wie das Vergleichsportal 9Brands erläutert, wird für überwiegend zu Wohnzwecken genutzte Gebäude die Verbundene Wohngebäudeversicherung (VGV) angeboten. In der VGV sind mehrere unterschiedliche Gefahren in einem einheitlichen Vertrag zusammengefasst, daher die Bezeichnung als verbundene Versicherung. Versichert sind die Gefahren der Feuerversicherung (Brand, Blitzschlag, Explosion und Implosion, Luftfahrzeugabsturz), der Leitungswasserversicherung (Nässeschäden, Rohrbruch und Frost) sowie der Sturmversicherung (Sturm und Hagel). Weitere Naturgefahren können auf Wunsch eingeschlossen werden. Neben Überschwemmung und Rückstau sind das vor allem Erdbeben, Erdsenkung und Erdfall, Schneedruck und Lawinen sowie Vulkanausbruch. Für gewerblich oder landwirtschaftlich genutzte Gebäude sind Einzelverträge je Gefahr üblich.

 

Das zählt alles zum Gebäude

Das im Versicherungsschein bezeichnete Gebäude ist mit Bestandteilen und Zubehör versichert. Meist sind unmittelbar an das Gebäude anschließende Terrassen, kleinere Nebengebäude (zum Beispiel ein Gartenhaus), Zäune, separate Briefkasten- und Klingelanlagen sowie Müllboxen automatisch mitversichert. Für Einbaumöbel, Teppichböden, Antennenanlagen und Markisen bestehen Sonderregelungen, die eine unwirtschaftliche Überschneidung mit der Hausratversicherung verhindern. Besonderes Augenmerk sollten Sie auf die Versicherung von Rohrleitungen außerhalb des Gebäudes legen. Je nach Gemeindesatzung sind Sie sogar verantwortlich für Rohrbrüche außerhalb Ihres Grundstücks bis zum Anschluss an die Hauptleitung. Vor allem für Abwasserrohre sowie für Rohre, die nicht versicherte Grundstücksbestandteile versorgen (zum Beispiel einen Swimmingpool), besteht Versicherungsschutz nur aufgrund besonderer Vereinbarung gegen Mehrbeitrag. Die Versicherungssumme wird meist in Preisen des Jahres 1914 festgelegt. Die Versicherer halten dafür leicht verständliche Wertermittlungsbögen bereit, die auf Gebäudetyp, Wohnfläche und Ausstattungsmerkmale abzielen. Heute wird für Ein- und Zweifamilienhäuser von vielen Versicherern das sogenannte Wohnflächenmodell verwendet. Hier kann auf die Bildung einer Versicherungssumme verzichtet werden. Sowohl beim Wert 1914 als auch beim Wohnflächenmodell ist die Entschädigung in Euro nicht begrenzt – bildlich gesprochen gibt der Versicherer eine „Haus-zurück-Garantie“ unabhängig von den tatsächlichen Baukosten.