Industrieklettern

 …oder auch seilunterstützte Arbeits- und Zugangsverfahren unter planmäßiger Belastung redundant geführter Seilaufbauten zur Verrichtung unterschiedlichster Arbeitsaufgaben

 

Die Geschichte des Industriekletterns begann in den 1970er Jahren. In der damaligen DDR wurden Bergsteiger herangezogen, um Fugen in Plattenbauten abzudichten, jedoch wurde nach der Wiedervereinigung der Einsatz von Seilen in der Höhenarbeit gestoppt, da diese Art der Arbeitsplatzpositionierung von den Berufsgenossenschaften als Unfallversicherungsträger nicht anerkannt wurde. Erst mit der Gründung des Fach- und Interessenverbandes für seilunterstützte Arbeitstechniken „FISAT“ und dessen Richtlinien zur Ausbildung und Arbeitssicherheit, ließ sich die BG Bau Mitte der 1990er Jahre auf eine Zulassung ein.

 

Das Seilunterstützte Zugangsverfahren erhielt eine eigene „technische Regel für Betriebssicherheit“ (TRBS 2121/3) und wurde so an das Arbeitsschutzgesetz und die Betriebssicherheitsverordnung gekoppelt.

 

Auch in der Gebäudereinigung kommt Industrieklettern immer öfter zum Einsatz. Und auch hier stößt man auf große Herausforderungen: Viele Komponenten unserer persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz (Seile, Gurte, Schlingen usw.) reagieren sehr empfindlich auf den Kontakt mit Chemikalien. Der Kontakt mit Reinigungsmitteln muss unbedingt vermieden werden, schließlich hängt unser Leben an dieser Ausrüstung. Doch auch die Anschlagpunkte, an denen die Seilaufbauten befestigt werden, müssen ausreichend tragfähig und dimensioniert sein. So kommen letztendlich viele verschiedene Kriterien zusammen, die für eine sichere Durchführung der Arbeiten berücksichtigt werden müssen.

 

Der Architektur einiger unserer Kunden-Gebäude ist geschuldet, dass wir mit unseren Hubarbeitsbühnen nicht an die zu reinigenden Stellen gelangen können. Wir arbeiten daher seit einiger Zeit sehr gut mit Christian Kohl, Inhaber von SeilundFels zusammen.  Dies ist eines der Unternehmen, die in Deutschland seit 2009 neben Sportkletterkursen, Höhlenabenteuern, Incentives und Outdoor-Events auch im Industrieklettern und der industriellen Höhenrettung tätig ist.

Beide Firmen freuen sich sehr über die begonnene Kooperation und die vor uns liegenden Aufgaben, Herausforderungen und Kontakte.

 

Ab 2017, mit Fertigstellung unserer Kletterhalle „Die Kletterei“, wird SeilundFels dort Ausbildungskurse für angehende Industriekletterer anbieten. Die Gebäudereinigung Wasserle aus München beschäftigt derzeit zusätzlich einen Mitarbeiter aus den eigenen Reihen im Bereich „Industrieklettern“. Tendenz steigend, denn aufgrund baulicher Verdichtungsmaßnahmen in den süddeutschenStadtgebieten, wird es immer mehr Gebäude geben, die nicht per Hebebühne angefahren werden können.