Ja ist denn schon Weihnachten?

Beim Spazierengehen sehen wir jetzt schon die ersten Ausläufer des Weihnachtsfestes. Die Häuser werden mit stimmungsvollen Lichterketten geschmückt und die Eingangsbereiche mit winterlichen Gestecken aufgehübscht. Drinnen brennen Kerzen oder das Feuer im Kamin. Folglich kam bei uns auch schon das Thema „Wunschzettel“ auf den Tisch. Alle Kinder wussten allerdings nicht so ganz genau, was sie sich wünschen sollten. Eine Kletterhalle (zumindest derzeit) ganz für sich allein? Ein Kinder-Indoor-Spielplatz im eigenen Haus? Ein Pony im Garten? Wenigstens konnten sie zugeben, dass sie nur ein paar materielle Wünsche haben. Im nächsten Satz und das freut mich besonders, haben sie gleich nachgelegt „und wir sind sehr dankbar darüber“. Das ist das wichtigste! Wenn jemand etwas benötigt, konnte er jetzt Bescheid geben, das haben wir dann besorgt. Gegen Dingen, wie einen neuen Reithelm, ein elektronisches Schachbrett zum selber üben und ähnliches ist nichts zu sagen und die Gegenstände sind auch schon im Einsatz.
Bedeutet aber auch: Weihnachten gibt es keine Geschenke.  Die Kinder sahen den Heiligen Abend schon in Gefahr, für mich kommt das gerade recht. Das Weihnachtsfest steht schon stark im Zusammenhang mit Geschenken. Das möchte ich verbessern.

Wir haben uns also auf folgende Vereinbarung geeinigt:
Weihnachten findet so statt, wie bisher: Sie studieren im Vorfeld ein Krippenspiel ein (bin gespannt, wer dieses Jahr den Esel spielen muss), schmücken ein paar Tage vorher den Baum, gehen am 24.12. in die Mette, Oma und Opa kommen (wenn das zu diesem Zeitpunkt erlaubt ist) kochen was Schönes zusammen, Bianca spielt am Klavier und wir singen. Die einzige Veränderung ist: Es werden keine Geschenkberge unter dem Christbaum liegen. Vielmehr schreibt jeder einen ausführlichen Brief an die Familie, der dann vorgelesen wird. Damit das Feeling stimmt, werden die Kuverts opulent mit Papier und Schleife verpackt. Bei unserer Menge an Familienmitgliedern ist das dann auch schon wieder in Haufen. Vielleicht machen wir anschließend einen Spaziergang oder ein Brettspiel.

 

Ich erhoffe mir von der Maßnahme, materielle Wünsche vom Weihnachtsfest zu entkoppeln, denn dann kann es für mich auch das Fest der Liebe und der Familie sein.

 

Damit aber anderen Kindern ein schönes Weihnachtsfest beschert werden kann, haben wir wie auch die vergangenen Jahre bei den HUMEDICA „Päckchenpackern“ mitgemacht. Dabei werden Pakete für Kinder aus Ost- und Südeuropa gefüllt, die diese dann als Geschenke bekommen.

 

 

Als wir dies alles besiegelt haben, beschloss der Kinderrat dann allerdings noch: Dieses Jahr wird als Versuch gesehen, wenn es für alle ein schönes Fest ist, wird es so weitergehen, ansonsten kehren wir zur klassischen Version zurück.