Vom Schüler zum Unternehmer – Eine Münchner Gebäudereinigung

„Mit der richtigen Strategie zum eigenen Unternehmen“, war der Titel meines Vortrags, den ich am Feodor-Lynen-Gymnasium in Planegg halten durfte. Ausschlaggebend, dass dieser zustande kam, ist mein Engagement im Bereich Berufsfindung im Arbeitskreis Schule Wirtschaft München Land. Nach dem langjährigen Erfolg in Landsberg am Lech, wo ich heuer, zusammen mit meinem Team aus fünf jungen Leuten, bereits zum 6. Mal eine Ausbildungsmesse organisiert habe. Hier werden Schulabgänger, also künftige Auszubildende und regionale Firmen zusammengeführt. Die ausstellenden Betriebe können sich hier präsentierten und ihren Ausbildungsberuf und ihr Unternehmen vorstellen. In der aktuellen Ausgabe der Wasserles Welt, finden Sie einen Bericht über die Messe in Landsberg am Lech. Inzwischen liegen weitere Anfragen von anderen Landkreisen vor, für die wir ebenfalls eine solche Veranstaltung planen. So auch München-Land. Nicht nur in Landsberg sondern auch in München repräsentieren wir die Geräudereiniger Innung Südbayern und stellen attraktive Karrierechancen im Bereich der Gebäudereinigung dar. Weil ich mich und das Konzept dort den Verantwortlichen vorgestellt habe, nahm ein Lehrer aus dem Gymnasium Planegg Kontakt mit mir auf und gemeinsam realisierten wir diesen Vortrag.

Zukunftspläne in Richtung Unternehmen sind vorhanden

So ganz naheliegend mag der Weg vom Schüler direkt zum Unternehmer vielleicht nicht sofort erscheinen. Dennoch gaben rund 20 der 150 Schüler an, sich mit dem Gedanken zu befassen, sich nach dem Abitur oder Studium selbstständig zu machen. Selbstverständlich kann der Weg auch über ein klassiches Anstellungsverhältnis nach der Ausbildung gehen. Im Vorfeld, während der Entwicklung der eigenen Geschäftsidee, ist es meiner Meinung nach besonders wichtig, das für sich selbst passende Produkt bzw. Dienstleistung herauszufinden. Denn nur wer 100 Prozent hinter seinem Erzeugnis steht, kann dies auch dauerhaft gut vermarkten.

Die richtige Geschäftsidee führt zum Erfolg – von der Münchner Gebäudereinigung zum bayernweit agierendem Unternehmen

Die passende Geschäftsidee ist abhängig von den eigenen Interessen und Fähigkeiten. Jemand der von seinem Produkt oder seiner Dienstleistung überzeugt ist, kann seinen Aufgaben wesentlich besser gerecht werden und liefert insgesamt eine höherwertige Qualität ab, als Jemand der „nur seinen Nine-to-five Job macht“. Hier wird auch der Unterschied zwischen Unternehmer und Manager sichtbar. Ein Manager oder auch angestellter Geschäftsführer identifiziert sich häufig nicht so stark mit dem Unternehmen, wie der geschäftsführende Inhaber einer Firma. Umso wichtiger für Jungunternehmer ist also die Festlegung des Produktes. Der beste Ansprechpartner, um dieses zu identifizieren,  ist der zukünftige Kunde. Er weiß wo Bedarf ist und wo ihn der Schuh drückt. Aus dessen Engpass ergibt sich die Geschäftsidee. Parallel gilt zu eruieren, welche Vision man selbst in sich trägt und welche Ziele man verfolgen möchte. Beides zusammen ergibt die Geschäftsidee, anhand der die weitere Strategie entwickelt wird. Bei unserer Gebäudereinigung in München war am Anfang die regionale Konzentration wichtiger Bestandteil der Strategie. Mittlerweile sind wir unter anderem in Augsburg, Nürnberg, Ingolstadt und Stuttgart mit Niederlassungen vertreten.

 

Erst mal niederstapeln

Häufig ist das Budget bei Existenzgründung knapp. Das bedeutet, man muss erst einmal klein anfangen. Bei diesem Punkt berichte ich als Geschäftsführer einer Münchner Gebäudereinigung mit 170 Mitarbeitern und großen Umsatzvolumen, gerne über meine eigenen Anfänge vor rund 12 Jahren. Mein Startkapital damals lag bei 3000 Euro. In einem Kellerraum in der eigenen Mietwohnung fing ich mit Mopp, Putzkübel und einem alten Auto an, Treppenhäuser in München zu reinigen. Hier nehme ich den Schülern gerne jegliche Illusion, dass einem etwas in den Schoß fallen könnte. Aus eigener Erfahrung weiß ich, aller Anfang ist schwer und es kommen harte Zeiten auf einen zu. Aber ich verspreche, wer konstant fleißig ist und an seinen Zielen arbeitet, bei dem wird sich Erfolg einstellen. Vielleicht ergibt sich auch der Bedarf, dass das Produkt angepasst oder spezialisiert wird. Auch dieser Schritt ist dann essentiell wichtig!

 

Spitz statt breit

Bereits ziemlich am Anfang meiner Karriere sind mir Prof. Jörg Knoblauch mit seiner Temp-Methode und Dr. Kerstin Friedrich mit der EKS-Methode begegnet. Diese besagt, dass Spezialisierung zum Erfolg führt. Als Beispiel nehme ich gerne den Bedarf eines Rechtsanwaltes: Wer für seinen Prozess am Arbeitsgericht einen Anwalt sucht, wird sich nach einem Fachanwalt für Arbeitsrecht umsehen. Der Kunde sucht einen Dienstleister der sich in seinem Bereich spezialisiert hat, weil dieser dann den „normalen“ Kollegen voraus ist. Ein Rechtsanwalt der alle Fachrichtungen anbietet, weiß in einzelnen Berichen häufig nicht in aller Tiefe Bescheid. In der Firma Wasserle, einem Gebäudereinigungsunternehmen aus München, haben wir uns ausschließlich auf die Leistungen Tiefgaragenreinigung, Treppenhaus- und Büroreinigungen, sowie Glas- und Fassadenreinigungen spezialisiert. Von allen anderen Aufträgen lassen wir die Finger. Das Argument, wir machen nur das, was wir auch richtig gut können, versteht jeder Kunde. Und genau diesen Vorgang empfehle ich meinen Zuhörern: Lieber ein kleineres Portfolio anbieten, aber dafür richtige Kernkompetezen draus machen. Das Ziel muss immer sein, der Beste in seinem Bereich zu werden!