Pressemitteilung „Berufseinstieg aus Sicht des Arbeitgebers“

„Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“:

Frauen informieren sich und wollen von  Arbeitgebern wissen, was sie erwarten

Zum Schwerpunkt „Was Arbeitgeber erwarten“ wurde jetzt ein Netzwerktreffen im Projekt „Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“ (SiB) veranstaltet. Knapp 20 Frauen aus 13 Ländern waren in die AWO-Begegnungsstätte Kratzertreff gekommen, um mit Bianca Wasserle, Gebäudereinigungsfirma Wasserle GmbH in Kaufering, und mit Cornelia Hohn von den Landsberger „Haushaltselfen“ zu diskutieren. Hinsichtlich einer möglichen Zusammenarbeit wurde schnell deutlich, dass die deutsche Sprache auch für den Reinigungssektor eine Schlüsselqualifikation ist.

 

Bianca Wasserle nannte sechs Schritte, die aus ihrer Sicht wichtig sind, um eine Integration in den regionalen Arbeitsmarkt zu erreichen. Zunächst beschrieb sie das Aussuchen der richtigen Branche und riet dann, einen persönlichen Kontakt zum Arbeitgeber aufzunehmen. „Bringen Sie ihre Unterlagen selbst vorbei – so können Sie gleich einen persönlichen Eindruck hinterlassen“, sagte sie. Daneben müssten die Voraussetzungen stimmen: Deutsche Sprachkenntnisse (B2-Niveau) für den Arbeitsalltag, eine genügend hohe Mobilität und eine sichere Kinderbetreuung für den Nachwuchs. Eigene Vorschläge seien vielen Arbeitgebern willkommen. So hätten zwei Frauen, die sich einen Job teilen, einige Vorteile zu bieten, z.B. sichere Urlaubsvertretung und höhere Flexibilität. Stets sind ehrliche Lösungen zu suchen und ein selbstbewusstes Auftreten sei durchaus erwünscht, auch gegenüber möglichen Kunden. Stimmen müssten natürlich die rechtlichen Bedingungen, wie Arbeitserlaubnis und Status des Aufenthalts. Da die Firmen dringend Mitarbeiterinnen suchten, stellten einige vielfältige Unterstützungen in Aussicht. Auch Cornelia Hohn erkennt einen weiter wachsenden Bedarf. Sie kann lange nicht alle Anfragen nach Reinigung im Privathaushalten befriedigen.

 

Die Gebäudereinigung Wasserle setzt demnach auf Mitarbeiterbetreuung in ihrem Unternehmen, kümmert sich sogar um Wohnung, Kita oder ärztliche Begleitung, damit ihre Leute den Kopf frei haben, um gute Arbeit zu leisten. „Ist das Privatleben geregelt, funktioniert auch das Berufsleben“, konstatierte sie. Das Unternehmen ermutigte die Frauen, sich um noch freie Ausbildungsplätze im Bereich Gebäudereinigung zu bewerben, gerne wird auch Quereinsteigerinnen eine Chance gegeben.

 

Seit März 2015 begleitet das Mehrgenerationenhaus Mütter mit Migrationshintergrund aus dem Landkreis Landsberg auf ihrem Weg in eine Erwerbstätigkeit. Interessierte Frauen können sich über das Projekt „Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“ informieren.  „Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“ wird im Rahmen des Programms „Stark im Beruf“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und den Europäischen Sozialfonds für einen Zeitraum von mindestens 4 Jahren gefördert. Kooperationspartner sind das Jobcenter Landsberg, die Agentur für Arbeit Weilheim, die Diakonie Oberland (Migrationsberatung), die Volkshochschule Landsberg,  Frau und Beruf GmbH München und Landmanns.

 

 

Foto: Bianca Wasserle (Mitte) erläuterte beim Schwerpunktvormittag, was Arbeitgeber erwarten.