STADTRADELN 28.6. – 18.7.2020

Das Stadtradeln ist ein Wettbewerb, bei dem es darum geht, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Dabei kann Einzeln oder in Teams gespielt werden. Jeder geradelte Kilometer wird erfasst. Durch meine vielfältigen Interessen habe ich mehrere Möglichkeiten, Teams beizutreten – ich habe beispielsweise gesehen, dass der Deutsche Alpenverein – Sektion Kaufering auch mit an Bord ist.

Ich habe mich für die Kommune Kaufering entschieden. Denn: Dieses Jahr richtet sich die Kampagne nämlich an uns Kommunalpolitiker. Wir sind die Entscheidungsträger*innen, wenn es um die Radinfrastruktur und damit um praktischen Klimaschutz vor Ort geht. Während der Aktion nehmen wir selbst die Lenkerperspektive ein und erfahren, wo die Kommune schon fahrradfreundlich ist und wo noch nachgebessert werden muss, damit noch mehr Menschen dauerhaft vom Auto aufs Rad umsteigen. Dafür braucht es eine Radinfrastruktur, auf der die Fahrer schnell und sicher ans Ziel kommen.

 

Aus meinem Umfeld kennt mich sicherlich niemand über die gemeinsame Sportart Radfahren, sondern aus allen möglichen anderen Lebensbereichen. Der Funke dabei ist einfach nicht auf mich übergesprungen. Da ich auf einer Landwirtschaft groß geworden bin, war körperliche Ertüchtigung zwar an der Tagesordnung, aber mit einem Ziel verbunden. Sich aus reiner Gaudi aufs Fahrrad zu schwingen – darauf wäre ich nie gekommen. Und trotzdem nehme ich dieses Jahr am Stadtradeln teil. Schließlich zählt jeder Kilometer. Den Anfang hat meine Fahrt zum Bäcker gemacht. Teilweise ist es einfach Gewohnheitssache, ins Auto zu steigen und seine Erledigungen zu tätigen. Aber hier in Kaufering ist alles vor Ort zu erreichen. Da kann man seine Gewohnheiten doch einmal überdenken.

Es geht nicht nur um die gefahrenen Kilometer, sondern auch um die Vorbildfunktion als Marktgemeinderat. Wir können uns nicht für regionalen Klimaschutz einsetzen, ohne vorher die eigene Ökobilanz wenigstens optimiert zu haben. Deshalb stehen die nächsten Wochen unter dem Motto: raus aus der Comfortzone, auf den Sattel. Wenigstens für die Kurzstrecken im Ort. Die dreistelligen Rennradtouren überlasse ich lieber anderen und fahre eine Runde Kutsche – völlig Klimaneutral.