Vorurteile und ihre Folgen

Dreck und Schmutz…  auf diesen beiden Säulen hat sich eine ganze Industrie aufgebaut. Egal in welchem Zeitalter: Staub auf den Möbeln, Kalkränder im Bad und der Schmutz auf dem Boden entstehen immer wieder. Die Auftragslage ist weiter steigend, die Personalnot auch. Der Bedarf an Auszubildenden, ungelernten Arbeitern, Gesellen, sowie Fach- und Führungskräften wächst immer weiter.

Das Problem ist brisant: Kein anderes Handwerk hat mehr Mitarbeiter, derzeit sind es rund 600.000 Beschäftigte, die in Deutschland für Sauberkeit sorgen. Die Zahl der Auszubildenden, welche die dreijährige Lehrzeit absolvieren, ist vergleichsweise niedrig – knapp 3000 waren es letztes Jahr. Ein Grund für die geringe Zahl an abgeschlossenen Lehrverträgen ist der schlechte Ruf des Reinigungsgewerbes – ein schlechtbezahlter Knochenjob, so das Vorurteil.

Ich ärgere mich oft über den Eindruck, den die Gesellschaft von uns bekommt. Häufig müssen Reinigungskräfte bei Beiträgen in den Medien über miese Arbeitsbedingungen und schlechte Bezahlung als Beispiel herhalten. Dabei gilt bei uns schon seit langem die Tarifbindung. Demnach erhalten derzeit alle unsere Kolleginnen und Kollegen mindestens 10 Euro Stundenlohn.

In Privathaushalten dagegen  ist Schwarzarbeit tatsächlich die Regel. Wie viele Putzfrauen und -männer illegal Regale abstauben, lässt sich nicht genau sagen – das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln geht von mehr als vier Millionen Haushalten aus, die ihre Helfer vorbei an Steuer und Finanzamt bezahlen.

Auch die neuen Onlineplattformen für die Vermittlung „haushaltsnaher Dienstleistungen„ sind eine moderne Entwicklung. Der Kunde gibt nur den Ort und die Wunschzeit ein. Die angemeldeten Reinigungskräfte ihrerseits können sehen, welche Aufträge eingehen und die für sie passenden annehmen. Die Plattformen vermittelten Helfer ganz legal als selbstständige Gewerbetreibende. Sie binden sich aber in der Regel an eine Agentur, über die sie die Aufträge bekommen, womit die Kriterien für eine echte Selbstständigkeit nicht gegeben sind. Die Reinigungskräfte müssen hier ihre Sozialabgaben selbst abführen und außerdem Putzmittel und Wegezeiten auf die eigene Rechnungen gehen.

Konkurrenz oder Überschneidungen zwischen uns und den neuen Online-Plattformen sehe ich nicht: Gewerbliche Kunden benötigen adäquate Ansprechpartner für die Betreuung ihrer Objekte. Unser Vertriebsleiter ist darauf geschult, für die Kunden zunächst als Berater zu fungieren. Er bewertet vorab den Reinigungsbedarf in einem Gebäude und erstellt dementsprechend ein individuelles Angebot, je nach Schmutzaufkommen und Hygienebedürfnis des Kunden.

Die Herausforderung einer Gebäudereinigung in München ist, beim bevorstehenden digitalen Wandeln aktiv gestaltend dabei zu sein. Durch unsere gute Personalpoitik sind wir mit unseren kompetenten dynamischen Kolleginnnen und Kollegen bestens darauf vorbereitet.