Weihnachten und seine Keywords

Bei mir hat Weihnachten dieses Jahr schon eine Woche vor dem hl. Abend angefangen. Der Christbaum im Büro wurde geschmückt und schon waren alle Anwesenden auf besondere Weise miteinander verbunden. Sofort wurden die schönsten Weihnachtserinnerungen miteinander geteilt und jeder lauschte den Geschichten den Kollegen. So eine Lichterkette zu entwirren ist außerdem eine perfekte Teambuildingmaßnahme, die auch noch familienfreundlich ist, denn hierbei können die Kinder mithelfen („kannst du mal unter den Baum reinkrabbeln?“, „bist du so lieb und holst schnell die Zeitschaltuhr von oben, du hast noch jüngere Füße“, „würdest du die Kugeln unten hinhängen, du buckst dich noch leichter!“) Wenn die Kinder dann fragen warum, haben wir die perfekte Begründung: Weihnachten ist man noch hilfebereiter als sonst. Punkt für uns.

 

Apropos Familie: Irgendwie schön ist es schon, wenn das ganze Haus nach Plätzchen duftet, wenn ich heimkomme. Da die 4 Bleche Ausstecher-Plätzchen nur 2 Tage reichen, muss man sich seine Ration hart erkämpfen (dazugehöriger Wert: Teilen). Da interessiert es auch niemanden, ob sie besonders hübsch sind. Hier gilt viel mehr: je bunter desto besser. Ideal ist also, wenn der Berg Zuckerperlen höher als das Plätzchen selbst ist. Der Holzboden tut mir jedes Mal leid, dass er das Fett herunterfallender Teigbatzen ertragen muss, aber Weihnachten ist schließlich die Zeit der Toleranz. Also muss er es eben erdulden. Meine Frau und ich backen dann manchmal heimlich spät abends noch Plätzchen und essen sie dann alle selbst auf. Pssst!

 

Vor der Bescherung wird gesungen. Klar, dass wir diese alte Tradition fortführen wollen. Bis jetzt war es ideal: meine Frau spielt am Klavier, der Rest singt. Dieses Jahr: alles anders. Valerie übt bis zum Tinitus auf der Blockflöte „O Tannenbaum“ aber wir wollen natürlich den Wert „Ehrgeiz“ vermitteln. Also Ohren zu und aushalten, bis sie es fehlerfrei kann. Elias kann sein Stück „Jingle Bells“ auf dem Klavier zwar, aber er hat sich eine Challenge überlegt, es so schnell wie möglich zu beherrschen. Aber was will man mehr, als dass sich die Kinder selbst Ziele setzen. Also anfeuern und durchhalten…

 

Geschenke – ein spannendes Thema. Bis heute haben die Kinder keinen Wunschzettel geschrieben. Ich weiß auch warum. Sie können gar keine Wünsche haben. Erstens ist genug Spielzeug da und zweitens nutzen sie es schon seit Monaten nicht mehr, da die Hasen viel interessanter sind und täglich zwangsbekuschelt werden. Müssen wir zulassen: Wert Nächstenliebe. Interessant finde ich, dass dafür meine Schwiegereltern dafür per Whatsapp einen Wunschzettel geschickt haben, bei dem ich auf dem Handy schon scrollen muss. Und da sagt man immer, die Kinder heutzutage haben zu viele Wünsche.