(Aus)zeit

Mein sehr aktiver Lebensstil sorgt für viele verschiedene Rollen, die ich täglich erfülle. Nach so einem Tag wie kürzlich, an dem alles zusammen kam, freue ich mich jetzt auf unseren Urlaub!

 

Morgens starte ich mit der Rolle als Papa. Hier habe ich die glorreiche Aufgabe, Kinder aus dem Bett zu holen, die nicht aufstehen wollen. Dann muss ich am Frühstückstisch durchsetzen, dass keiner mit leerem Magen zur Schule geht und alle etwas trinken.

 

Ein Stockwerk tiefer geht es weiter mit der Rolle als Chef. Stapel von Papieren, die durchgesprochen werden müssen, Rückfragen, Anrufe, kleinere und größere Herausforderungen. Später soll es Frühstück im Restaurant geben. Hier werde ich dann in die Hausmeister-Rolle genötigt. „Der Damenduschkopf ist verkalkt“, „in der Kletterhalle ist der Griff xy locker“. Als nächstes ist die Rolle „Freund“ gefragt. Ein befreundetes Unternehmerehepaar kommt einen Tag zum Hospitieren und stellt haufenweise Fragen, warum wir in der Firma was wie machen…

 

Am Nachmittag bin ich plötzlich in der Rolle „Sohn“. Mein Vater steht vor der Tür. Er sagt, er hätte heute mal angerufen, aber leider keinen erreicht. Deshalb habe er sich entschlossen, zu kommen. Er braucht Hilft mit seinem Handy („Wie kommt denn das Internet hier rein?“) Am frühen Abend kommt die Rolle „Ehrenamtlicher“ zu tragen. Es findet eine SPD-Ortsvereinssitzung statt, die ich in meiner Rolle als Kreisvorsitzender gerne besuche.

Kurz wieder „Chef“: Anruf aus der Kletterhalle. Das Elektroauto wurde vergessen zu laden und der Kunde möchte es jetzt aber abholen. Was denn zu tun sei?

Nach dem ganzen Trubel schlüpfe ich abends am liebsten in meine Rolle „Markus privat“. Wenn um 23 Uhr alle Kolleginnen und Kollegen nach Hause gegangen sind, genieße ich es, in Ruhe ein paar Mails zu schreiben, Schach zu spielen, oder etwas zu lesen. Durch die kurzen Wege zum Beispiel von unserer Wohnung ins Büro im selben Haus, ist dieser Lebensstiel erst machbar. Alles in allem ein volles aber erfülltes Leben.

Da Bianca und ich momentan ein paar Tage alleine Urlaub machen, ist alles wesentlich einfacher, denn außer der Rolle „Ehemann“, fällt nichts an.